Osteopathie bei kindlicher Atlasblockierung/Kinder Schreien nicht ohne Grund

Osteopathie bei Schilfhals und Schreikindern
Kind mit Schilfhals schreit / Osteopathie bei KISS Syndrom und Schreikind

Das KISS-Syndrom:

Schiefhaltungen des Kopfes sind die  häufigste Ursache für Verhaltensauffälligkeiten im Säuglings- und Kleinkindalter .Das Kind schreit, es weint, es schläft nicht, es trinkt nicht! Es hält den Kopf schief!

 

Ein Baby zu bekommen ist wunderbar! Doch mit dem Tag der Geburt beginnt für die jungen Eltern oft der Babystress. Stillprobleme, Schreien-Tag und Nacht, 3 Monats-Koliken und Blähungen. Das Kind ist ungewöhnlich Berührungsempfindlich . Der Alltag mit dem Neugeborenen wird zur Belastung.

Der Kinderarzt sagt in solchen Fällen:`Das wächst sich mir der Zeit zurecht. Nur die Ruhe bewahren. Es brauche nur ein wenig Geduld und Zeit! Für Verdauungsprobleme gibt es Tropfen.

 

Doch weit gefehlt! In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, diese Anpassungsstörungen in den ersten Lebensmonaten sind keineswegs harmlos!  Sie wachsen sich nicht aus. Es liegt oft eine Atlasblockierung  vor. Die Atlasblockierung löst eine Haltungsabweichung von der Mittelstellung aus, die als Schiefheit zu erkennen ist. Der Hals erscheint besonders  strak verdreht (Schiefhals). Häufig begleitet ein massives Durchstrecken des Körpers nach hinten die Störung. In den 80ziger Jahren erkannte man, das mit diesen Störungen sehr häufig auch neurophysiologische  Auffälligkeiten wie Schlafstörungen, Verdauungsstörungen und Dauerschreien einhergehen .

 

Ursache sind verrutschte Halswirbel, als Folge des Geburtsvorganges. Die Presswehen üben bei der Geburt einen starken Druck auf den Kopf aus. Auf dem ihrem Weg durch den Geburtskanal werden die Schädelknochen zusammengepresst und die Halswirbelsäule wird gedehnt. Nach Geburten mit langer Austreibungsphase und den Einsatz von Saugglocken kommt es häufig Atlasblockierungen. Die Halswirbel sind nach rechts oder links verrutscht, die Säuglinge neigen den Kopf zur einen Seite (Schiefhals) und reagieren auf Berührungen auf den anderen Seite sehr empfindlich.

Da das Baby den Kopf nur zu einer Seite drehen kann , kommt es häufig zu Stillproblemen. Hinweise auf eine Atlasfehlstellung sind das Kahlscheuern der Haare an einer bestimmten Stelle, sowie die erhöhte Tastempfindlichkeit  des Nacken. Fußfehlstellungen und Reibungsprobleme der Hüftgelenke können die Folge sein. 

 

Immer wieder konnte beobachten werden, das bei " Schreikindern", Babies mit 3-Monats-Koliken eine Schiefstellung des Halswirbelsäule vorliegt. Die Folgen einer nicht behandelten Atlasfehlstellung können im weiteren Leben Haltungsschäden, Aufmerksamkeits-defizitsyndrom und Lernstörungen sein.

 

Im Verlauf einer jeden Vorsorgeuntersuchung sollte auch ein Funktionstest der Halswirbelsäule erfolgen und falls notwendig eine ärztliche osteopathische Behandlung durchgeführt werden. Ziel der ärztlichen Osteopathie ist  es die Halswirbelsäule wieder mit sanften gefahrlosen Techniken wieder in die richtige Balance zu bringen. Die volle Beweglichkeit soll wieder hergestellt werden und alle Funktionen reibungslos ablaufen. Je früher die Behandlung beginnt, desto schneller verschwinden die Symptome und Eltern und Kind können die ersten Lebensmonate in Freude genießen.

 

Aus rechtlichen Gründen sei darauf hingewiesen, dass in der Nennung beispielhaft aufgeführter Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Grundsätzlich ist festzustellen dass einigermaßen zuverlässige Aussagen/Studien zur Wirksamkeit und Effektivität osteopathischer Behandlungen

nur bei wenigen Erkrankungen vorliegen. Im wesentlichen bei chronischen Schmerzsyndromen der Wirbelsäule bei muskuloskeletalen Störungen und im viszeralen Bereich. (Deutsches Ärzteblatt 2009,106 (6))

 

Dirk Gahlenbeck

Arzt und Osteopath

Kinderosteopathie

Moorhof 2d

22399 Hamburg